Themendossier: «Gemeinsam gegen Rassismus»
26.05.2026

 
Wie lässt sich Rassismus in der Schule altersgerecht thematisieren und wie kann eine Schule als Ganzes rassismuskritisch handeln? Das Themendossier «Gemeinsam gegen Rassismus» bietet Hintergrundwissen, BNE-Bezüge, Unterrichtsimpulse für alle Stufen sowie Anregungen für die Schulentwicklung.

Das Themendossier lädt Schulleitungen und Lehrpersonen dazu ein, genauer hinzuschauen: auf Sprache, Bilder, Routinen, Erwartungen, Lehrmittel, Pausensituationen, Klassenchats und auf die Frage, wer sich im Schulalltag selbstverständlich zugehörig fühlt – und wer nicht. Wichtig: Der Weg zu einer wirkungsvollen Rassismusprävention führt immer über die Schule und ihre Entwicklung als Ganzes, nicht nur über Einzelfallinterventionen. BNE-Kompetenzen wie kritisches Denken, Wertereflexion und Verantwortungsübernahme bilden dabei die Grundlage für Rassismuskritik. Sie helfen, Rassismus nicht nur als einzelnen Vorfall zu betrachten, sondern Zusammenhänge, Machtverhältnisse, Routinen und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Von «Wer darf mitspielen» bis zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen

Das Themendossier vermittelt, wie Rassismus altersgerecht thematisiert werden kann. Im ersten Zyklus stehen Fragen nach Identität, Gemeinsamkeiten, Unterschieden und fairem Zusammenleben im Vordergrund. Später werden Alltagserfahrungen konkreter: Wer darf mitspielen? Welche Sprüche verletzen? Was passiert im Klassenchat? Warum können ein Name, ein Znüni, Haare, Kleidung oder religiöse Zeichen zum Anlass für Ausgrenzung werden? In höheren Zyklen rücken dann Menschenrechte, Diskriminierung, Kolonialismus, Social Media, Hassrede und gesellschaftliche Machtverhältnisse stärker in den Fokus.

Rassismuskritik als Thema der sozialen Nachhaltigkeit

Damit verbindet das Dossier Rassismuskritik konsequent mit Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Denn soziale Nachhaltigkeit bedeutet auch: Teilhabe ermöglichen, Ungleichheiten erkennen, Gerechtigkeit stärken und Verantwortung übernehmen. Die BNE-Fragen im Dossier öffnen dafür konkrete Denk- und Handlungsräume. Sie führen von der eigenen Erfahrung zu grösseren Zusammenhängen und wieder zurück in den Schulalltag: Was brauchen wir, damit sich alle zugehörig fühlen? Wie sieht eine rassismuskritische Bibliothek aus? Welche Regeln helfen gegen Diskriminierung in digitalen Räumen? Was müsste sich an unserer Schule verändern?

BNE-Kompetenzen als Rüstzeug der Rassismuskritik

BNE liefert nicht nur den thematischen Rahmen, sondern auch die nötigen Kompetenzen: Wer vernetzt und kritisch denkt, erkennt Rassismus nicht nur in einzelnen Aussagen, sondern auch in Strukturen, Routinen und Machtverhältnissen. Wer Werte reflektiert, kann fragen, was Gerechtigkeit, Zugehörigkeit und gleiche Rechte im konkreten Schulalltag bedeuten. Empathie und Perspektivenwechsel helfen, Erfahrungen von Betroffenen ernst zu nehmen; Partizipation und Verantwortungsübernahme führen vom Erkennen ins Handeln. So wird Rassismuskritik nicht als Zusatzthema verstanden, sondern als Teil einer Bildung, die Schülerinnen und Schüler befähigt, Schule und Gesellschaft gerechter mitzugestalten.

Blick auf die Schule als Ganzes

Besonders wertvoll ist der Blick auf die Schule als Ganzes. Das Dossier behandelt Rassismus nicht als Abfolge einzelner Vorfälle, die jeweils situativ gelöst werden müssen. Es macht deutlich: Rassismus ist auch eine strukturelle Frage. Deshalb braucht es eine gesamtschulische Auseinandersetzung im Sinne eines Whole School Approach. Dazu gehören eine gemeinsame Haltung, klare Verantwortlichkeiten, überprüfte Lehrmittel, Weiterbildung, Reflexionsräume, partizipative Prozesse, Zusammenarbeit mit Eltern und Fachstellen sowie institutionelle Praktiken, die regelmässig hinterfragt werden.

Ein eigenes Kapitel zeigt, wie sich Rassismus im Schulkontext äussert: in Zuschreibungen, Stereotypen, Benachteiligungen, Mikroaggressionen, ungleichen Bildungschancen oder in der fehlenden Repräsentation bestimmter Gruppen. Gerade weil viele Handlungen unbeabsichtigt geschehen, ist die Reflexion der Lehrpersonen zentral. Das Dossier unterstützt dabei, eigene Bilder, Erwartungen und Routinen zu prüfen.

Wer sich auf das Themendossier einlässt, findet gute Einstiege, präzise Begriffe, stufengerechte Unterrichtsimpulse und konkrete Ideen, wie Schulen Schritt für Schritt rassismuskritischer werden können.