Jahresschwerpunkt 2026: Spiel als Methode und Möglichkeitsraum
16.03.2026

  
Die Schule soll die Lernenden auf den Umgang mit einem komplexen und unsicheren Umfeld vorbereiten. Dafür bietet BNE die nötige Zukunfts- und Handlungsorientierung. Das Spiel als Methode wiederum eröffnet Möglichkeitsräume, in denen Schülerinnen und Schüler Unsicherheit im geschützten Rahmen begegnen, Prozesse gestalten und Zukunft erproben können. Deshalb rückt éducation21 dieses Jahr das Spiel ins Zentrum.

BNE befasst sich mit komplexen Themen wie Klimawandel, Biodiversität, globalen Wertschöpfungsketten oder sozialer Gerechtigkeit. Diese Themen sind oft stark von Interessen- und Zielkonflikten geprägt und erfordern Perspektivenwechsel und systemisches Denken. Das Spiel als Methode bietet einen sicheren Möglichkeitsraum, um echte Herausforderungen in fiktiven Spielszenarien zu bewältigen. Im Spiel übernehmen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung, treffen Entscheidungen, erkennen Interessenskonflikte und erfahren Auswirkungen unmittelbar. Sie können Zusammenhänge handelnd erkunden und unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Spiel im Sinne einer BNE ist damit weit mehr als Unterhaltung. Im Spiel entstehen durch Ausprobieren, Zusammenarbeiten und Neudenken mögliche «Zukünfte».

Offen, experimentierfreudig, partizipativ

Dank den strategischen und kreativen Elementen eines Spiels erleben die Schülerinnen und Schüler den Prozess des aktiven, verantwortungsvollen Mitgestaltens, statt ihn nur theoretisch zu betrachten. Spielen steht ausserdem für das offene, experimentierende und partizipative Denken, das BNE ausmacht.

Nutzen für Schule und Unterricht

Indem éducation21 das Potenzial des Spiels sichtbar macht, unterstützt sie Lehrpersonen und Schulen dabei, BNE umzusetzen und gleichzeitig ihre didaktische Vielfalt zu erweitern. «Spiel» lässt sich als konkrete Methode verwenden, um BNE-Kompetenzen zu fördern und zu verankern, sowohl im Unterricht als auch als Teil der Schulkultur.

Gleichzeitig stellen sich dazu in der Unterrichts- und Schulpraxis wichtige Fragen:

Lebensrealität:
Die Spiele benötigen einen Bezug zur Lebensrealität der Schülerinnen und Schülern. Es wird auch wichtig sein zu beachten, dass die Unterschiede in der persönlichen Betroffenheit, im Interesse und den Vorkenntnissen gross sein können.

Komplexität: 
Wie lassen sich anspruchsvolle Inhalte spielerisch umsetzen, ohne sie zu stark zu vereinfachen? Ein Spiel muss reduzieren, um spielbar zu sein. Entscheidend ist jedoch, dass zentrale BNE-Aspekte – etwa systemische Zusammenhänge oder Interessenskonflikte – erkennbar bleiben.

Differenzierung und Lernziele:
Wie können Spielinhalte so gestaltet werden, dass alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen teilnehmen können?

Transfer: 
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass der Lernerfolg stark von einer sorgfältig geplanten Reflexionsphase abhängt. Emotionale Erlebnisse, Handlungsoptionen oder Zukunftsentwürfe aus dem Spiel müssen aufgegriffen, eingeordnet und mit realen Fragestellungen verknüpft werden, damit nachhaltiges Lernen entstehen kann.

Diese und weitere Fragen nehmen wir im Jahresschwerpunkt gezielt auf.

Was wir planen

Im Verlauf des Jahres werden wir «Spiel» systematisch als BNE-Methode bearbeiten und weiterentwickeln.

  • Was ist ein BNE-Spiel?
    Wir schärfen weiter die Frage, wie das Spiel als Methode gewinnbringend für den BNE-Unterricht eingesetzt werden kann und zeigen auf, welche Kriterien ein Spiel erfüllen sollte, damit es BNE wirksam unterstützt.
     
  • Angebote im Katalog zu Spiel
    Lernmedien und Bildungsangebote, die mit dem Spiel als Methode arbeiten, werden recherchiert, evaluiert und als Beispiele kommuniziert. Damit soll die Vielfalt von Spiel – vom Rollenspiel über Planspiele bis zu kooperativen Spielsettings – sichtbar werden.
     
  • Didaktische Hilfe für die Umsetzung
    Da der Lehrperson beim Einsatz des Spiels als Methode eine Schlüsselrolle zukommt, begleiten wir sie mit didaktischen Hilfen, die aufzeigen, wie das «freie Spiel» im Zyklus 1 für den BNE-Unterricht genutzt werden und wie das Spiel Zukunfts- und Handlungsorientierung stärken kann.
     
  • Whole School Approach
    Spiel soll nicht nur punktuell im Unterricht vorkommen. Wir zeigen Schuleiterinnen und Schulleitern auf, wie sie das Spiel als BNE-Methode in der Schulkultur verankern können.
     
  • Veranstaltungen und Austauschformate
    An Grossveranstaltungen, in Webinaren und an Spieltagen wird Spiel nicht nur theoretisch thematisiert, sondern praktisch erprobt. Lehrpersonen und Schulleitungen erhalten Gelegenheit, unterschiedliche Spielformen kennenzulernen und eigene Erfahrungen zu reflektieren.

Rückmeldungen aus der Praxis – etwa der Wunsch nach klarem Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, mehr haptischen, leicht umsetzbaren Spielideen, nach kürzeren Sequenzen von 20–30 Minuten oder der Verwendung von «Spiel» als Thema einer Projektwoche – fliessen in diese Arbeiten ein.

Erste Spielhighlights  

Wir haben schon einmal unseren Katalog nach Spielhighlights durchforstet und schlagen allen, die es einfach mal ausprobieren möchten, drei BNE-Spiel-Beispiele vor:

Allmendegüter (Lernspiel)
Ausgehend vom Fischteich-Spiel wird die nicht nachhaltige Nutzung von frei zugänglichen Ressourcen, sogenannten Allmendegütern, unmittelbar erlebbar gemacht.

Nimm deine Rolle wahr, Bürger! (Rollenspiel)
Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in die Rolle eines Gemeindevertreters. An einer Gemeindeversammlung diskutieren sie über den Bau eines neuen Sportzentrums in ihrem Dorf.

 

Pädagogisches Escape Game zum Thema Migration (Escape Game)
Die Schüler/innen werden in einem von realen Gegebenheiten inspirierten Szenario durch verschiedene Orte (vier Räume) geleitet, wo sie mit Problemen (Rätseln) konfrontiert werden, die sie gemeinsam lösen müssen, um weiterzukommen.


Alle Informationen und News rund um unser Schwerpunktthema «Spiel» finden Sie hier.

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