Praxisbeispiel: Rassismusprävention für eine nachhaltige Schulkultur
16.03.2026

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Das Beispiel der Schule Wylergut (Stadt Bern) zeigt, wie eine Schule systematisch und langfristig eine rassismuskritische Schulkultur aufbaut. Sie wird getragen vom gemeinsamen Engagement aller Akteurinnen und Akteure von der Leitung und den Lehrpersonen über die Schülerinnen und Schüler bis zur Schulsozialarbeit und bietet einen konkreten Nutzen für alle.

An der Schule Wylergut in Bern ist Rassismusprävention kein punktuelles Projekt, sondern Teil der Schulentwicklung. Ziel ist eine Schule, in der sich alle sicher und respektiert fühlen. Dafür hat die Schulleitung das Thema in Vision, Werte und Leitbild integriert und klare Strukturen geschaffen.

Schlüsselperson für Rassismusprävention

Eine zentrale Rolle übernimmt eine Diversity-Beauftragte. Als Schlüsselperson bündelt sie Wissen zu rassismuskritischer Pädagogik, unterstützt das Kollegium und dient als Ansprechstelle für Fragen oder Vorfälle. Schulleitung und Schulsozialarbeit ergänzen diese Struktur: Sie sorgen für institutionelle Verankerung, Weiterbildung sowie Beratung und Intervention im Alltag.

Aufbau in mehreren Phasen

Der Aufbau der Initiative erfolgte in mehreren Phasen. Zunächst standen Wissensaufbau und Sensibilisierung im Zentrum: Lehrpersonen setzten sich mit Stereotypen und verschiedenen Formen von Rassismus auseinander. Darauf folgte die Entwicklung konkreter Massnahmen – etwa pädagogische Ansätze für den Unterricht, thematische Bibliotheken oder regelmässige Austauschformate im Kollegium.

Vielfalt sichtbar machen

Heute fliessen rassismuskritische Perspektiven in verschiedene Fächer und Lernsettings ein. Methoden wie «SEE-Learning» (Social, Emotional, and Ethical Learning) oder Ansätze der «Neuen Autorität» stärken soziale und emotionale Kompetenzen, während partizipative Lernformen Vielfalt sichtbar machen und die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler fördern.

Konkreter Nutzen für alle

Die nachhaltig veränderte Haltung und die klaren Strukturen haben zu mehr Kompetenz im Umgang mit Diskriminierung im Schulalltag geführt. Der Ansatz zeigt, wie Rassismusprävention nachhaltig wirken kann, wenn sie strukturell verankert wird:

  • Verbesserte Handlungssicherheit im Kollegium
    Durch Weiterbildung, Austauschformate und eine klare Ansprechperson fühlen sich Lehrpersonen besser vorbereitet, rassistische Aussagen oder Vorfälle anzusprechen und pädagogisch zu bearbeiten.
     
  • Mehr Sensibilität und Reflexion
    Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler setzen sich bewusster mit Stereotypen und Diskriminierungsformen auseinander. Ziel ist, rassistische Muster früher zu erkennen und zu hinterfragen.
     
  • Stärkung des Schulklimas
    Der Ansatz fördert ein respektvolles Miteinander und eine inklusivere Schulkultur, weil Rassismus nicht als Einzelfall behandelt wird, sondern als Thema der gesamten Organisation.

Regelmässige Reflexion und Evaluation begleiten den Prozess in der Schule Wylergut. Das Praxisbeispiel bietet damit Einblicke in eine Schule, die sich systematisch auf den Weg zu einer diskriminierungssensiblen und inklusiven Schulkultur gemacht hat.

Rassismusprävention für eine nachhaltige Schulkultur

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