3 Fragen, 3 Antworten mit Silke Stach
30.09.2026
«So entstehen starke Lernmedien.»
Gute Lernmedien entstehen im Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen. Gemeinsam mit Pädagogischen Hochschulen und dem INGOLDVerlag hat éducation21 in den vergangenen Jahren mehrere BNE-Angebote entwickelt. In «3 Fragen, 3 Antworten» spricht Silke Stach vom INGOLDVerlag darüber, wie aus spannenden Ideen praxistaugliche Lernmedien werden, welche Rolle die Zusammenarbeit mit éducation21 spielt und welcher Nutzen daraus für Lehrpersonen entsteht.
Was braucht es, damit aus einer guten Idee ein praxistaugliches Lernmedium wird?
Eine gute Idee ist immer die Grundlage für die Entwicklung eines praxistauglichen Lernmediums, reicht aber lange nicht aus. Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Funktionalität: Wer nutzt das Medium wann und wie? Ist es unkompliziert einsetzbar? Sind die Inhalte zielgruppengerecht umgesetzt? Spiegelt die Gestaltung bzw. das Layout den Inhalt wider? Sind wichtige Informationen leicht zu finden? Wird die Form (z. B. Buch, Karten, Spiel) der Grundidee des Lernmediums gerecht? Auf diese Art von Fragen sind wir beim INGOLDVerlag spezialisiert. Die Grundidee und letztendlich auch das Manuskript zu den meisten unserer BNE-Lehrmittel kommen von den PHs. Das garantiert eine hohe fachliche Qualität. Diese Inhalte in eine alltagstaugliche, sinnvoll nutzbare Form zu giessen, ist unsere Hauptaufgabe. Idealerweise entstehen Inhalt und Umsetzung in einem gemeinsamen Prozess, damit beides aufeinander abgestimmt ist.
Welche Herausforderungen stellen sich bei der Entwicklung von Lernmedien zu komplexen BNE-Themen?
BNE zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine hohe gesellschaftliche und zukunftsgerichtete Relevanz hat. Es ist wahnsinnig wichtig, dass Kinder in der Schule schon lernen, dass unsere Welt komplex ist und es nur selten einfache Antworten gibt. Es geht nicht nur um die Vermittlung von Fachwissen, sondern vielmehr darum, den Kindern Zusammenhänge aufzuzeigen, ihnen einen kritischen Blick und den Perspektivenwechsel näher zu bringen. Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler erfahren, wie z. B. die Entscheidungen des Gemeinderats sich direkt auf ihr Leben auswirken können. Dass es ein Unterschied ist, Bananen im Supermarkt zu kaufen oder Äpfel im Hofladen vom Bauern im Nachbardorf. Die komplexen Zusammenhänge für Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen, ist unser Ziel und auch die Herausforderung bei der Umsetzung von BNE-Lehrmitteln.
Mit «BNE gut geplant» bieten wir Lehrpersonen beispielsweise ein Planungstool, mit dem sie eigene BNE-Themenideen für den Unterricht entwickeln können. Das ist wichtig, weil sie so BNE-Fragestellungen aufbereiten können, die nah an der Lebenswelt der Kinder sind. So können Lehrpersonen zum Beispiel die Austragung einer grossen Sportmeisterschaft, die viele Kinder mit Spannung verfolgen, im Sinne einer BNE aufbereiten. Im Bilderbuch «Ich entdecke Landschaften» geht es darum, zu verdeutlichen, wie und von wem Landschaften als Lebensraum genutzt werden. Beim Spielen von «Eneventura» erleben die Kinder direkt, dass der Bau eines Schwimmbads zwar die Bevölkerungszufriedenheit steigen lässt, gleichzeitig aber der Finanzplan und die Energiereserven belastet werden.
Warum ist die Zusammenarbeit mit éducation21 besonders wertvoll?
Der INGOLDVerlag arbeitet seit vielen Jahren bei verschiedenen Projekten mit éducation21 zusammen. Das erste gemeinsame Projekt – damals eine Partnerschaft von PH Bern, PH FHNW, éducation21 und dem INGOLDVerlag - war die Lehrmittelreihe «Querblicke», deren erste Teile 2014 erschienen sind und die bis heute das einzige Grundlagenlehrwerk für BNE auf dem Lehrmittelmarkt ist. Wir als Verlag profitieren nicht direkt von der finanziellen Unterstützung von BNE-Projekten durch éducation21, wohl aber von der fachlichen Kompetenz, von der sprachlichen Unterstützung – so ist die französische Version von «Eneventura» mithilfe von éducation21 entstanden – und natürlich nutzen wir gegenseitig die jeweilige Reichweite. Ausserdem macht die Zusammenarbeit immer Spass!