Zukunftskompetenz beginnt jetzt
23.09.2026

Praxisbeispiel "suberi sach"

Wie können Kinder bereits im Kindergarten und in den ersten Schuljahren Kompetenzen entwickeln, die sie für eine zunehmend komplexe Welt brauchen? Und welche Kompetenzen brauchen Kinder für eine Zukunft, die wir heute noch nicht genau kennen? Das neue Handbuch «Future Skills Plus – Bildung für die Zukunft im Zyklus 1» der PH Zürich greift diese Fragen auf. éducation21 ist mit einem Praxisbeitrag vertreten und zeigt, wie Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) Zukunftskompetenzen konkret fördern kann.

Kreativität, Problemlösefähigkeit, Empathie, Kommunikation oder der Umgang mit Unsicherheit gehören zu den Kompetenzen, die Kinder auf eine sich verändernde Welt vorbereiten sollen. Gerade im Zyklus 1 entstehen solche Fähigkeiten nicht in einem eigenen Unterrichtsfach, sondern im gemeinsamen Tun, im Spiel, beim Experimentieren und beim Aushandeln von Lösungen. Darauf verweist auch Catherine Lieger, Mitherausgeberin des Handbuchs, im Gespräch mit der PH Zürich.

Das von Catherine Lieger und Wiltrud Weidinger herausgegebene Handbuch richtet sich an Lehrpersonen, Schulleitende und Fachpersonen aus der Tagesbetreuung. Es verbindet Grundlagen zu Future Skills mit methodischen Hinweisen und konkreten Beispielen für die Arbeit mit vier- bis achtjährigen Kindern.

Abfall neu denken – und gemeinsam etwas bewirken

Eines dieser Praxisbeispiele stammt von Tanja Stern, Expertin Lernmedien-Produktion bei éducation21. Unter dem Titel «Mehr als Müll – von der Schule bis in die Gemeinde Abfall neu denken» beschreibt sie ein Projekt der Schule Winklen in Frutigen (BE). Alle Klassen vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse beschäftigten sich jahrgangsgemischt mit Themen wie Zero Waste, Plastik, Recycling oder Food Waste und produzierten dazu eigene Radioreportagen.

Dabei ging es um mehr als Wissensvermittlung: Die Schülerinnen und Schüler recherchierten, führten Interviews, besuchten eine Kehrichtverbrennungsanlage und entwickelten eigene Lösungsansätze. So setzten sie sich mit ihrem Konsumverhalten auseinander, erkannten Zusammenhänge und übernahmen Verantwortung für ihr eigenes Handeln.

Zum Abschluss wurden mit Unterstützung des ausserschulischen Bildungsangebots «powerup_radio» der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi Radiosendungen zum Thema entwickelt und im ganzen Kandertal gesendet. Damit wirkte das Projekt über die Schule hinaus.